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die hoai



die honorarordnung für architekten
und ingenieure
architektenhonorare werden nicht frei ausgehandelt, sondern sind gesetzlich geregelt. wie bei anderen freien berufen gilt deshalb stets die honorarordnung als grundlage zur bemessung der honorare.

die hoai ist bei verschiedenen deutschen verlagen erhältlich.
geschichte
die bundesregierung wurde nach den §§ 1 und 2 des gesetzes zur regelung von ingenieur- und architektenleistungen vom 4.november 1971 ermächtigt, durch rechtsverordnung mit zustimmung des bundesrates honorarordnungen für leistungen der architekten und ingenieure zu erlassen.

aufgrund dieser ermächtigung erging die honorarordnung vom 17.september 1976.

die honorarordnung enthielt im wesentlichen - abgesehen von den leistungen für die tragwerksplanung von gebäuden - honorarregeln für typische architektenleistungen. sie wurde durch vier änderungsverordnungen geändert, durch die weitere ingenieurleistungen in die hoai einbezogen und honorar- und strukturelle anpassungen vorgenommen wurden.

die aktuelle fassung der hoai wurde am 14.juli 1995 vom bundesrat beschlossen und am 21.september 1995 verkündet. eine der wesentlichsten änderungen gegenüber früheren fassungen ist die weitergehende abkoppelung der architektenhonorare von den tatsächlichen herstellungskosten des objekts, womit stärkere anreize für kostensparendes bauen angeregt werden sollten.

die aktuelle fassung der hoai trat am 1.januar 1996 in kraft.

vor dem 1.januar 1996 abgeschlossene verträge sind nach "altem" recht zu beurteilen.

anwendungsbereich
die bestimmungen der hoai gelten für die berechnung der entgelte für die leistungen der architekten und der ingenieure (auftragnehmer), soweit sie durch leistungsbilder oder andere bestimmungen der hoai erfaßt werden

leistungen
die leistungen der architekten und ingenieure gliedern sich in "grundleistungen" und "besondere leistungen".

(1)
grundleistungen
umfassen die leistungen, die zur ordnungsgemäßen erfüllung eines auftrags im allgemeeinen erforderlich sind. sachlich zusammengehörige grundleistungen sind zu jeweils in sich abgeschlossenen leistungsphasen zusammengefaßt.

(2)
besondere leistungen
können zu den grundleistungen hinzu- oder an deren stelle treten, wenn besondere anforderungen an die ausführung des auftrags gestellt werden, die über die allgemeinen leistungen hinausgehen oder diese ändern.
sie sind in den leistungsbildern nicht abschließend aufgeführt. die "besonderen leistungen" eines leistungsbildes können auch in anderen leistungsbildern oder leistungsphasen vereinbart werden, in denen sie nicht aufgeführt sind, soweit sie dort nicht grundleistungen darstellen.
97-11-18
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